Island Tag 3 – Snaefellsnes

Snaefellsnes – die Halbinsel im Westen Islands

Die Halbinsel Snaefellsnes ist wahrscheinlich der Teil Islands, der mich am tiefsten und nachhaltigsten beeindruckt hat. Sie ist noch immer die Region, an die ich mich am liebsten und sehnsüchstigsten zurückerinnere. Wir machten uns bereits am 3. Tag unserer Reise auf, diesen wunderschönen, abwechslungsreichen Teil Islands zu entdecken. Ich möchte zunächst gar nicht viel mehr sagen, sondern ein paar atemberaubende Bilder für sich sprechen lassen, die aber bei Weitem nicht in der Lage sind, die unglaubliche Schönheit dieses Fleckchens widerzuspiegeln.

Hvalfjarðargöng, Hvalfjördur und mehr auf dem Weg nach Snaefellsnes

Wenn man sich wie wir von Reykjavik auf den Weg macht, um Snaefellsnes zu entdecken, ist, wie so oft auf Island, allein der Weg ein Stück weit das Ziel. Immer entlang der Ringstraße sind es etwa 200 km von Reykjavik nach Olafsvik. Zum Ende hin geht die 1 hier in die 54 über, die für unerfahrene Island-Autofahrer schon etwas abenteuerlich ist. Rückblickend und mit weit mehr Erfahrung muss ich sagen, prima Straße! Da haben wir Schlimmeres erlebt.

Gleich nachdem man die Hauptstadt Islands Richtung Akranes verlassen hat, kommt man ziemlich direkt auf den Hvalfjördur zu. Der Fjord ist 30 km lang, misst an seiner breitesten Stelle ca. 5 km und wird bis zu 84 m tief. Ein wunderschöner Anblick. Besonders faszinierend fanden wir auch den Hvalfjardargöng. Dieser beinah 6 km lange Tunnel führt UNTER dem Fjord entlang, ist mautpflichtig und befindet sich stellenweise 165 m unter dem Meeresspiegel – ein Wahnsinnsgefühl. Bei einer Querneigung von bis zu 8% hinterlässt die Durchfahrt garantiert einen bleibenden Eindruck. Der kurze Abschnitt entlang des Hvalfjördur, der auf den Tunnel folgt, ist wirklich traumhaft schön – sehr idyllisch.

Die Strecke nach Snaefellsnes ist tückisch – man läuft Gefahr, niemals anzukommen, weil man sich von der atemberaubenden Landschaft gefangen nehmen lässt und nur noch alles auf Fotos bannen möchte. Wasserfälle über Wasserfälle, mystisch anmutende Bergformationen, Schafe, Islandpferde, Flüsse, Seen und, und, und. Wir mussten uns irgendwann wirklich zwingen, einfach weiterzufahren. Viele Fotos sind tatsächlich aus dem fahrenden Auto entstanden. Diese Fertigkeit konnte ich während unseres Urlaubs perfektionieren.

Ein schöner Moment, an den ich mich gern erinnere, war, als OHNE Vorwarnung die wunderbar asphaltierte 1 in die 54 überging. Wir befanden uns in einem Moment zwischen Heulen, Schreien und Lachen. Ganz großartig. Aber keine Angst. Selbst unser kleiner Toyata hat bei angepasster Geschwindigkeit die steile Schotterstraße hervorragend und ohne Probleme gemeistert. Wichtig ist einfach: keine Panik.

Olafsvik, Snaefellsjökull und Londrangar

Man fährt über den Pass des mächtigen Snaefellsjökull und erblickt beinah plötzlich die Atlantikküste Islands. Auch hier mussten wir natürlich anhalten, damit ich Fotos, Fotos, Fotos machen konnte. Wenn ich Wasser sehe, ist es bei mir sowieso vorbei. Wir fuhren weiter durch Snaefellsnes die 54 entlang und trafen fast zufällig auf den kleinen Fischerort Olafsvik. Hier blieben wir eine Weile. Wir sahen uns den Wasserfall an, der sich im Hintergrund des Ortes befindet, begutachteten die eigensinnig gestaltete Kirche, die der Form eines Fisches nachempfunden ist, und begaben uns hinunter zum Hafen. Whale Watching stand auf dem Plan. Diesen Punkt hatten wir zwar fest im Blick, aber eigentlich nicht so früh und nicht hier geplant. Aber irgendwie war uns dieser verschlafene Ort so sympathisch, dass wir uns doch entschieden, uns hier auf das Abenteuer zu begeben.

Nun ja, die Wartezeit wurde uns von einem recht neugierigen Seehund und einem Kormoran versüßt, die sich im ruhigen Hafenwasser aufhielten. Unser kleines Boot warf unwillkürlich die Frage auf, ob die sich sicher waren, dass wir damit auf den Atlantik fahren wollten. Ja gut, sie waren sich sicher und so ging es, gut eingehüllt in wasser- und winddichte Overalls, bald hinaus. Außerhalb des Hafenbeckens war die See doch deutlich rauer. Nix für schwache Gemüter. Das Team an Bord war großartig. Wir haben Finnwale gesehen und sogar einen Riesenhai. Ich kann euch sagen, es ist ein SEHR eigenartiges Gefühl, wenn ein solcher Koloss mit 10 m Körperlänge mitten auf dem Atlantik auf eure Nussschale zuhält und sich denkt, sehr knapp darunter durchzutauchen zu müssen. Fantastisch. Die Crew drehte immer und immer wieder, um möglichst viel von den Finnwalen und dem seltenen Riesenhai zu sehen. Es war für einige an Bord fast schon ermüdend, aber ich fand es einfach nur großartig.

Nach, ich glaube, mehr als 4,5 Stunden auf dem Wasser entschlossen wir uns, Olafsvik hinter uns zu lassen und uns nach Londrangar zu begeben. Snaefellsnes tat uns einen großen Gefallen und tauchte die eh schon unglaubliche Landschaft in ein goldenes Abendlicht. Die raue Küste, die unglaublichen Steinformationen vulkanischen Ursprungs – ich finde kaum die Worte, das alles zu beschreiben. Der Snaefellsjökull erhebt sich majestätisch und vermittelt einem das Gefühl, ganz winzig klein zu sein.

Wieder auf dem Weg zurück von Snaefellsnes nach Reykjavik verabschiedete sich dieser atemberaubende Tag mit Regenbogen und einem Lichtspiel über einem der Berge hinter uns, dass der Eindruck entstand, als würde es sich um einen feuerspuckenden Vulkan handeln. Wunderschön.

Wenn ihr mehr über Snaefellsnes erfahren wollt, kann ich euch die offizielle Website empfehlen. Hier erhaltet ihr auch wertvolle Tipps zu den Themen „Fahren auf Island“, Wetter, Nordlichter und vieles mehr.

Noch ein kleiner Hinweis zu den Fotos: sie sind alle mit meiner Canon EOS 100D aufgenommen (Ausnahme: Kormoran und Seehund) und wurden nicht digital nachbearbeitet.

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