Gullfoss

Island Tag 2 – der Golden Circle

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Der erste richtige Tag auf Island. Zum ersten Mal wagten wir uns aus der Großstadt Reykjavik heraus in die ungezähmte Wildnis Islands. Gleich zum Anfang sollte es einer der gängigen Highlights sein – der berühmte Golden Circle. Dieser wird weithin so genannt, weil er auf einer fest geplanten Route ein paar der Hauptattraktionen der Insel bietet. Und wir waren wirklich begeistert. Allein schon der Weg zu unserer ersten Station war atemberaubend. Wir konnten kaum 500m am Stück fahren, ohne dass wir anhalten und Fotos machen wollten. An einigen Stellen haben wir dies auch direkt getan, um moosbewachsene Felsen, bizarre Felsgruppen oder weiße Kreuze mitten im Nichts festzuhalten. Ebenfalls ein ganz wichtiger Punkt war für mich die Bekanntschaft eines waschechten Islandpferdes zu machen. Diese streifen fast das ganze Jahr über frei durch das Hochland Islands und werden nur für die Wintermonate zusammengetrieben.

Kerid der Kratersee

Die erste Station des Golden Circle ist der Kerid, ein Kratersee, der sich auf einer Länge von 270 m und einer Breite von 170 m erstreckt. An der tiefsten Stelle ist er 14 m tief. Das Wasser leuchtet Türkisblau und ist wirklich übermäßig klar. Der Krater selbst ist 55m tief. Bei dem Rundgang oberhalb des Kraters durften wir das isländische Wetter von seiner besten Seite kennenlernen. Alle 5 Minuten wechselte das Wetter maßgeblich, sodass wir an jeder Station Fotos machten, die aussahen, als wären sie an 7 oder 8 verschiedenen Tagen aufgenommen. Sonne, Wind, Regen, Wolken – es gab alles und nicht zu knapp.
Diesen Wetterkapriolen ist es wohl auch zu verdanken, dass man auf Island gefühlt alle 5 Minuten irgendwo einen Regenbogen bestaunen kann – kein Wunder, dass Island das Land der Feen, Elfen und Trolle ist.

Haukadalur – Strokkur, Blesi und dampfende Erde

Weiter auf unserem Weg entlang des Golden Circle kamen wir zu dem Geothermalgebiet Haukadalur. Auf Island dampft und qualmt die Erde fast überall. Hier jedoch wird man gleichzeitig von dem anfangs eigenartig anmutenden strengen Schwefelgeruch auf Schritt und Tritt verfolgt. Aber man gewöhnt sich recht schnell daran.

Überall gibt es Warnschilder, die einem Temperaturen von 80 und sogar 100°C versprechen – oder androhen, wie man mag. An vielen Stellen brodelt kochend heißes Wasser und natürlich gibt es auch Geysire. Zunächst kommt man am viel belächelten Litli Geysir vorbei. Weiter gelangt man schließlich zum berühmtesten Bewohner des Gebietes – dem Strokkur. Dieser ist bei Touristen sehr beliebt, vor allem, weil er seine bis zu 15m hohe Fontäne recht regelmäßig etwa alle 5 Minuten in den isländischen Himmel schießt. Sehr beeindruckend und die Spannung ist kaum auszuhalten.
Ein weiterer Hingucker im Haukadalur ist die Thermalquelle Blesi. Diese besteht aus zwei Becken, von denen das zweite, kühlere vor allem durch seine leuchtend blaue Farbe auffällt. Diese kommt durch die im Wasser enthaltenen Mineralien zustande, die beim Abkühlen eine Struktur annehmen, die das blaue Licht reflektiert.

Gullfoss – der goldene Wasserfall

Einfach war es nicht, aber schließlich trennten wir uns vom Strokkur und seinen Mitbewohnern im Haukadalur und machten uns weiter auf den Weg zum Gullfoss – dem goldenen Wasserfall. Dieser hat seinen Ursprung im Fluss Hvita im Haukadalur. Der Wasserfall besteht aus zwei Stufen, von denen die erste etwa 11m und die zweite etwa 21m hoch ist. Die Schlucht, in die sich das Wasser des Gullfoss ergießt, ist 2,5km lang und erreicht eine Tiefe von 70m.

Thingvellir – Geschichte, die man spüren kann

Nass bis auf die Knochen – man kann, wenn man möchte, sehr, sehr nah an den Gullfoss heran – fuhren wir weiter in den Nationalpark Thingvellir. Es war schon spät und wurde langsam dunkel, doch zumindest einen kurzen Blick auf diesen geschichtsträchtigen Ort zu werfen, konnten wir uns nicht verkneifen. Der Begriff Thingvellir bedeutet „Ebene der Volksversammlung“, denn hier wurde ab 930 einmal jährlich die gesetzgebende Versammlung abgehalten, somit ist dieser Ort eines der ältesten Parlamente der Welt. 1944 wurde hier die Republik Island ausgerufen. Der Nationalpark erstreckt sich auf einer Fläche von insgesamt 237km².
Thingvellir liegt inmitten einer Grabenbruchzone zwischen der amerikanischen und der europäischen Platte. So findet man hier viele beeindruckende Schluchten und Felsspalten, in denen teilweise Wasser ist. Dieses ist von einer tiefen dunkelblauen Färbung und wirklich unglaublich klar. Der Fluss Öxara fließt durch den Nationalpark und formt den Öxararfoss.

Der Golden Circle hat uns bereits am Anfang sehr beeindruckt und uns schon ein wenig auf das vorbereitet, was uns hier auf Island noch erwarten würde – vielleicht zum Glück. Soviel unbändige Schönheit muss ein gewöhnlicher Europäer ja auch erstmal verkraften.

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