Eisenbahn

Das Leben und…

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EisenbahnEs ist schon witzig, welch interessanten Gespräche man teilweise zwangsläufig mit anhört, wenn man als Pendlerin mit der Bahn unterwegs ist – ja es überrascht mich immer wieder mal. Gestern saß ich neben zwei Studenten, die sich offensichtlich aus der Schule kannten. Neben der ausgiebigen Auswertung der Fragen „Was macht eigentlich…?“ und „Hast du…in letzter Zeit mal gesehen?! Schlimm!“ kam vor allem die Zukunft zur Sprache.

Da fühlte ich mich doch sehr stark an die Zeit erinnert, als wir gerade frisch nach dem Abi vor der Frage standen: Und nun? Man hatte doch zu großen Teilen dieselben Fragen, Wünsche und Ängste, die auch heute – nach zehn Jahren – die Schulabgänger verfolgen. Studium, Ausbildung, FH? Welche Fachrichtung ist für mich die richtige? Und wie finde ich das überhaupt heraus? Schließlich möchte ich einmal einen Job haben, der mir auch Spaß macht. Also klar, es kann ja nicht immer Spaß machen, aber zu mindestens 90% sollte das schon so sein. Da stelle ich mir die Frage: Haben wir uns damals „richtig“ entschieden? Und ist das wirklich so wichtig? Gibt es da überhaupt ein „richtig“, und gibt es ein „falsch“? Oder bewegen wir uns sowieso nur im Alltagstrott jeden Tag zu unserem Arbeitsplatz, weil es halt so ist? Weil wir Geld verdienen wollen…und natürlich müssen? Wie wichtig ist denn der Job für die eigene Zufriedenheit? Wenn wir unzufrieden wären, würden wir uns neu umsehen? Oder trotten wir weiter?

„Natürlich sind die Kollegen auch unglaublich wichtig.“ Ja natürlich, man verbringt ja schließlich mit seinen Kollegen mehr Zeit, als mit seinem Partner und seiner Familie. Die Illusion, dass man sich mit allen Kollegen super verstehen muss, habe ich nie nachvollziehen können. Selbst in der kleinsten Gruppe, gibt es doch gruppendynamische Rollen, die jeder einnimmt. Da ist es tatsächlich sehr unwahrscheinlich, dass man sich mit wirklich jedem super versteht. Und darum geht es auch gar nicht – wenn man ehrlich ist. Natürlich hilft es, aber man muss in erster Linie seine Arbeit abliefern – so gut wie möglich. Dafür muss man mit seinen Kollegen auf einer professionellen Ebene umgehen können – von „mögen“ muss da nicht unbedingt die Rede sein. Das musste ich aber auch erst lernen. Kollegen müssen nicht zwangsläufig auch deine Freunde sein. Klar entwickeln sich zwischen einzelnen Individuen auch mal Freundschaften. Das Wichtigste ist aber, glaube ich, dass man sich Dinge, die auf Arbeit geschehen, nicht allzu sehr zu Herzen nimmt. Professionalität ist das Zauberwort.

„Es irrt der Mensch solang er strebt“ wusste schon Goethe. Das ganze Leben – und damit auch das Arbeitsleben – kommt einem manchmal vor, als wäre es ein einziges Umherirren. Aber was wäre die Alternative, wenn der Mensch nicht mehr strebte? Stillstand…?

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