Bárðarbunga: steht ein Vulkanausbruch auf Island kurz bevor?

Muss ein Vulkanausbruch auf Island denn wirklich JETZT sein?

Es ist ja eigentlich kaum zu fassen, aber der Bárðarbunga versucht mir gerade meinen Urlaub zu verderben. In Sage und Schreibe 11 Tagen soll mein Abenteuerurlaub auf Island starten. Ich sage gestern noch scherzhaft zu Freunden und Kollegen: rechnerisch ist wieder ein Vulkanausbruch auf Island an der Zeit und was muss ich heute früh entdecken??? Da tönt es auf n-tv

Sorge vor Bárdarbungas-Ausbruch: Island evakuiert Gebiet um Vulkan

Ich fühle mich, gelinde ausgedrückt, veralbert. Gut, es sind noch 11 Tage hin. Viel Zeit für einen Vulkan sich wieder zu beruhigen, selbst viel Zeit, um sich mit einer Eruption Luft zu verschaffen, aber eben auch viel Zeit für mich zu bangen, zu hoffen und zu verzweifeln.

Irgendwie habe ich von Anfang an befürchtet, dass das Abenteuer „Ich auf Island“ nicht wie geplant stattfinden wird. Nur dass es an einem Vulkanausbruch scheitert, damit habe ich nicht gerechnet. Selbst wenn wir fahren können, ist fraglich, ob wir zu dem Gletschersee Jökulsarlon fahren können, wie geplant. Der Bárðarbunga liegt schließlich unter dem Eis des Vatnajökull verborgen. Dieses würde bei einem Ausbruch mit hoher Wahrscheinlichkeit teilweise schmelzen – und eben an diesem Gletscher liegt der See.

Fast sarkastisch wirkt auf mich da der Aktionismus der Isländer, die hier spontan eine Webcam hingestellt haben, um das drohende Spektakel mit der Welt teilen zu können. Ist doch nett, oder?

Update zum drohenden Vulkanausbruch

22.08.2014

Bisher gbt es nicht wirklich etwas Neues. Der Vulkan brodelt weiter vor sich hin. Die Region nordöstlich des Gletschers Vatanjökull wurde aus Angst vor Überschwemmungen bei einem eventuellen Ausbruch evakuiert.

So weit so gut also. Jetzt muss er nur noch ein paar Tage durchhalten. Wenn ich erstmal dort bin, ist mir der Rest egal 😉

29.08.2014

Die Lage bleibt heiß. Das ewige Hin und Her zermürbt ganz schön. Am vergangenen Wochenende war die Alarmstufe auf Rot erhöht worden. Fehlalarm. Bereits am Sonntag ging es zurück auf Orange.

Diesmal jedoch scheint es ernst zu werden. Heute gegen Mitternacht gab es eine kleine Eruption, was nichts anderes bedeutet, als dass es zu einem unspektakulären Ausbruch kam. Da diese im Norden des Vulkans statt fand, an einer Stelle, die nicht von Eis bedeckt ist, blieb die gefürchtete Aschewolke aber zum Glück aus. Die Alarmstufe ist dementsprechend wieder auf Rot gesetzt worden. Der Flugverkehr in einem Radius um den Vulkan wurde ausgesetzt. Reykjavik ist glücklicherweise noch frei.

Was mich am meinsten beunruhigt ist, dass die Meldung nun endlich in den deutschen Medien wie Radio und TV angekommen ist. Deren Ignoranz hatte mich bisher immernoch ein wenig beruhigt.

Es kann aktuell noch niemand sagen, wie es nun tatsächlich weitergeht. Das zeigt mir nur mal wieder, dass wir Menschen die Natur nicht annähernd so gut beherrschen, wie wir immer denken möchten. Nicht nur, dass wir sie in keinster Weise steuern können, wir können sie nicht einmal verstehen. Die Meinungen der „Experten“ wechseln täglich und landen schlussendlich meistens bei Aussagen wie: entweder der Vulkan brodelt weiter, oder er hört auf, oder er bricht aus oder er bricht nicht aus. Prima. Das weiß sogar ICH.

30.08.2014

Der Vulkan Bárðarbunga scheint sich nach der Eruption gestern etwas beruhigt zu haben. Es gibt zwar noch keine komplette Entwarnung, aber immerhin ein kleines Aufatmen sollte erlaubt sein. Der Flugraum über der Insel ist freigegeben, die Alarmstufe wurde heruntergesetzt. So weit so gut…

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